PKD-Werkzeuge, also Werkzeuge mit Schneiden aus polykristallinem Diamant, sind hart, verschleißfest und dementsprechend schwer zu bearbeiten. Die Schneide eines PKD-Fräsers oder -Bohrers entsteht deshalb meist nicht durch Schleifen mit Korund oder CBN, sondern durch Erodieren oder durch Schleifen mit Diamant. Dieser Beitrag erklärt, was PKD ist, warum Erosion das gängige Verfahren ist, wie Draht-, Scheiben- und Laserbearbeitung sich unterscheiden und was Hybridmaschinen zum Schleifen und Erodieren leisten. Die Einordnung als Maschinenklasse steht unter Ankauf PKD-Werkzeugschleifmaschinen, den Überblick über alle Marken und Typen gibt Ankauf Werkzeugschleifmaschinen.
Was ist PKD?
Polykristalliner Diamant (PKD, englisch PCD) ist eine synthetisch hergestellte, extrem harte, untereinander verwachsene Masse aus Diamantpartikeln mit Zufallsorientierung in einer Metallmatrix. Sie entsteht durch Zusammensintern ausgewählter Diamantpartikel bei hohem Druck und hoher Temperatur. Als Schneidstoff wird PKD meist auf einen Hartmetallgrundkörper aufgesintert; als Kurzbezeichnung nennt ISO 513 „DP“ (mit Bindemittel) und „DD“ (ohne).
Eingesetzt wird PKD vor allem bei der Bearbeitung von Holz, Kunststoff und Nichteisenmetallen: Spanplatten, Faserplatten, Aluminium- und Magnesiumlegierungen, Kupfer, Messing, Glasfaser, Kohlenstofffaser, Verbundwerkstoffe mit Metallmatrix sowie gesinterte Keramik und Hartmetall. Stahl lässt sich mit PKD nur in seltenen Fällen wirtschaftlich bearbeiten, weil der Kohlenstoff des Diamanten bei zunehmender Temperatur in das Eisen diffundiert und die Standzeit stark begrenzt. Für Stahl ist polykristallines kubisches Bornitrid (PcBN) die Alternative. Rollomatic nennt bei seinen Lasermaschinen außerdem CVD-Diamant, monokristallinen und natürlichen Diamant.
Warum Erodieren statt Schleifen?
Wikipedia formuliert es so: PKD-Schneiden haben sehr hohe Standzeit, müssen aber wegen ihrer Eigenhärte aufwändig geschärft werden, entweder durch Funkenerodieren oder durch Schleifen mit Diamantscheiben in Keramik- oder Nichteisenmetallbindung, jeweils unter Kühlschmierstoff. Beim Erodieren wird Material nicht durch Schleifkorn, sondern durch elektrische Entladungen zwischen Elektrode und Werkstück abgetragen. Die Bearbeitung findet in einem nichtleitenden Medium statt, dem Dielektrikum, meist Öl oder deionisiertes Wasser. Das Verfahren eignet sich für elektrisch leitfähige Werkstoffe und für schwer zerspanbare Materialien wie gehärteten Stahl, Hartmetall und Hartstoffe.
Der Vorteil für PKD-Werkzeuge: Die Härte des Werkstoffs spielt beim Abtragen durch Entladungen keine Rolle. Vollmer schreibt zu seinen Erodiermaschinen, dass wegen der hohen Präzision und Oberflächenqualität das Schleifen in vielen Fällen entfallen kann. Nachteile des Erodierens sind laut Wikipedia der aufwendige Umgang mit den Elektroden, der geringe Materialabtrag pro Arbeitstakt und die Notwendigkeit, dass die Werkstoffe elektrisch leitfähig sind.
Draht, Scheibe, Laser: die drei Verfahren im Vergleich
| Verfahren | So arbeitet es | Beispiele aus den Herstellerangaben (Stand 30. September 2026) |
|---|---|---|
| Drahterodieren | Ein dünner, durchlaufender Draht bildet die Elektrode; ein Funke springt dort über, wo der Abstand zum Werkstück minimal ist. Der Draht wird verbraucht | Vollmer VPulse 500: fünf simultane CNC-Achsen, Werkstück bis 300 mm Durchmesser und 500 mm Länge, für PKD-bestückte Werkzeuge mit komplexen Profilen; als Draht nennt Wikipedia Messing, Molybdän, Kupfer, Durchmesser 0,02 bis 0,33 mm |
| Scheibenerodieren | Eine rotierende Scheibe, etwa aus Kupfer-Wolfram, dient als Elektrode und lässt sich abrichten | Vollmer QXD 250: sechs CNC-Achsen, Werkstücke bis 320 mm Durchmesser und 250 mm Länge, Oberflächen bis 0,1 µRa; Vollmer QM eco select: fünf CNC- und zwei manuelle Achsen, Ra unter 0,2 µm |
| Laser | Berührungsloser Abtrag ohne Werkzeugverschleiß; geeignet für Spanbrecher und Schneidkantenbehandlung | Vollmer VLaser 370: fünf Achsen, Linear- und Torquemotoren, arbeitet berührungslos, ohne Werkzeugverschleiß und ohne nennenswerten Wärmeeinfluss; Rollomatic LaserSmart 810XL: Werkzeuge bis 300 mm, sechs simultan interpolierte Achsen |
Draht und Scheibe sind die klassischen Erodierverfahren. Der Laser ergänzt sie bei Aufgaben, die berührungsloses Abtragen verlangen. Welches Verfahren passt, hängt vom Werkzeug ab: Vollmer ordnet Draht den Werkzeugen mit komplexen Profilen zu, die Scheibe der Herstellung und dem Nachschärfen von PKD-Präzisionswerkzeugen für Holz und Metall, den Laser Spanbrechern und Kantenbehandlung. Das ist die Einordnung des Herstellers, kein unabhängiger Vergleich.
Hybridmaschinen: Schleifen und Erodieren in einer Aufspannung
Viele PKD-Werkzeuge sind PKD-bestückte Hartmetallwerkzeuge: Der Grundkörper aus Hartmetall wird geschliffen, die PKD-Schneide erodiert. Damit das Werkzeug dafür nicht umgespannt werden muss, bieten Hersteller Hybridmaschinen an.
| Hersteller | Maschine | Angaben des Herstellers |
|---|---|---|
| Walter | HELITRONIC RAPTOR DIAMOND | Einstiegsmaschine: erodiert PKD und CBN, schleift HSS und Hartmetall in einer Aufspannung; Werkzeugdurchmesser 3 bis 400 mm, Länge bis 270 mm; Fine Pulse Technology; bis drei Elektroden und drei Schleifscheiben oder sechs Schleifscheiben |
| Walter | DIAMOND EVOLUTION, POWER DIAMOND 400, VISION DIAMOND 400 L | Erodieren und Schleifen in einer Aufspannung; für Hartmetall, HSS, PKD und CBN |
| Vollmer | VHybrid 260 | Fünfachsig; die obere Spindel schleift, die untere schleift und erodiert mit VPulse-EDM-Generator; Hartmetall- und PKD-Werkzeuge bis 150 mm; Mikrowerkzeuge ab 0,2 mm; Oberflächen bis 0,05 µRa; Achtfach-Wechsler für HSK-50-Sätze |
| Vollmer | QXD 250 | Scheibenerodiermaschine, hybrides Schleifen und Erodieren möglich; Messen, Erodieren, Schleifen und Polieren in einer Aufspannung |
| ANCA | EDGe | Scheibenerodiermaschine mit eSpark-Generator; auf der Einscheibenspindel unterstützen zwei Scheibenpakete Erosion und Schleifen |
Walter beschreibt das Prinzip als „Two-in-One“ und schreibt auf seiner Website, das Erodieren und Schleifen in einer Maschine gebe es seit 20 Jahren. Bei Vollmer sitzen Schleif- und Elektrodenscheibe im Drehpunkt der C-Achse, sodass kurze Verfahrwege entstehen. Für den Gebrauchtmarkt sind Hybridmaschinen spannend, weil ein Käufer mit einer Maschine zwei Arbeitsgänge abdeckt.
Ein kurzer Blick auf die Entwicklung
Die Technik ist nicht neu, und das ist für den Gebrauchtmarkt wichtig, weil Maschinen aus verschiedenen Generationen angeboten werden. Nach den Zeitleisten der Hersteller nahm Vollmer 1988 Erodiermaschinen für diamantbestückte Holzbearbeitungswerkzeuge ins Programm und 1998 die Drahterosion; Walter stellte 2001 die HELITRONIC POWER DIAMOND als „Two-in-One“ mit Erodieren und Schleifen vor. Entsprechend breit ist das Angebot: von älteren Maschinen mit früheren Generatoren bis zu aktuellen Reihen mit neuem Generator und Lasermessung. Ein Käufer fragt deshalb zuerst nach Baureihe, Generation und Softwarestand und dann nach dem Zustand der Erodiereinheit.
Messen und Kompensieren beim PKD-Erodieren
Ein PKD-Rohling ist deutlich teurer als ein Hartmetallrohling. ANCA weist darauf hin, dass ein Ausschusswerkzeug deshalb schwer wiegt, und misst bei der EDGe mit dem LaserPlus-System berührungslos vor dem letzten Erodierdurchgang; Abweichungen durch Wärmegang oder Elektrodenverschleiß gleicht die Maschine im Schlichtdurchgang aus. Vollmer nennt beim Softwarepaket HP 360 für die QXD 250 eine integrierte Dreipunktmessung, die nach Herstellerangabe Rundlauf und Konzentrizität verbessert und die Messzeit um teils mehr als 30 Prozent verkürzt. Für Käufer und Verkäufer gilt: Wer ein Messsystem nachweisen kann, belegt, dass die Maschine noch innerhalb der Toleranz arbeitet.
Was das für den Gebrauchtmarkt bedeutet
Bei Erodiermaschinen für PKD-Werkzeuge zählen andere Dinge als bei reinen Schleifmaschinen:
- Generator und Software: Vollmer nennt die VPulse-Generation auf VPulse 500, QXD 250 und VHybrid 260 sowie die Programmiersysteme ExProg und ExLevel PRO. Ältere Reihen wie QWD sind keine VPulse-Maschinen; die Generation gehört deshalb in jede Anfrage.
- Performance-Pakete: Vollmer bietet für QXD 250 und VHybrid 260 ein Performance-Paket an, das sich zu- und abschalten lässt und über ein Stundenkontingent abgerechnet werden kann. Bei einem Verkauf sollten Sie klären, ob und wie ein solches Paket übergeht.
- Erodiereinheit: Zustand der Elektroden oder der Drahtführung, Kalibrier- und Verschleißkontrolle, Filtration und Kühlung des Dielektrikums. Wikipedia weist darauf hin, dass Temperaturschwankungen Ungenauigkeiten verursachen und der Raum zum präzisen Arbeiten klimatisiert werden muss.
- Messsystem und Lader: Taster, Lasermessung, Werkstückmagazine; Vollmer nennt für die VPulse 500 Magazine für 16, 28 und 64 Werkstücke.
- Namensfallen: Bei Vollmer sind QS und QSF Erodiermaschinen für PKD-Sägeblätter, keine Werkzeugmaschinen für Fräser. Auf Händlerportalen tauchen außerdem Typen wie QXD 200 auf, die in der aktuellen Produktübersicht des Herstellers nicht stehen (dort steht die QXD 250).
Die Bewertungsmatrix für alle Werkzeugschleifmaschinen steht unter Was ist meine Werkzeugschleifmaschine wert?.
Wenn Sie eine Erodier- oder Hybridmaschine verkaufen wollen
Wir kaufen Ihre Werkzeugschleifmaschine an oder vermitteln sie an einen Käufer aus unserem Netzwerk. Das gilt auch für Erodiermaschinen zur Herstellung und zum Nachschärfen von PKD-Werkzeugen. Wir haben keine Verbindung zu einem der genannten Hersteller; die Angaben stammen aus öffentlichen Herstellerquellen. Senden Sie uns Typenschild, Baujahr, Steuerung und Softwarestand, Betriebsstunden, Angaben zum Generator und Fotos von Erodierbereich, Schaltschrank und Bedienoberfläche. Eine erste Einschätzung erhalten Sie in der Regel innerhalb von 24 Stunden, Demontage und Transport koordinieren wir, und die Zahlung ist vor der Abholung vereinbart.
Die Marken finden Sie auf den Seiten Walter, Vollmer und ANCA. Was Werkzeugschleifen als Verfahren ausmacht, erklärt Werkzeugschleifen; allgemeine Erodiermaschinen für Formenbau und Werkzeugbau behandelt Ankauf Erodiermaschinen.
Quellen
Herstellerangaben, Stand 30. September 2026; Wikipedia-Artikel abgerufen am 30. September 2026.
- Wikipedia: Polykristalliner Diamant, Aufbau, Einsatzgebiete und Schärfen von PKD.
- Wikipedia: Funkenerodieren und Drahterodieren, Verfahren, Elektroden und Nachteile.
- VOLLMER: Erosionsmaschinen für die Werkzeugbearbeitung, VHybrid 260, QXD 250, VPulse 500 und VLaser 370.
- Walter Maschinenbau: Erodiermaschinen und HELITRONIC RAPTOR DIAMOND.
- ANCA: Pressemitteilung zu LaserPlus auf der EDGe; Rollomatic: LaserSmart-Katalog.