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Spindelstunden CNC: Was sie sind und wie sie den Preis beeinflussen

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Spindelstunden sind der wichtigste Einzelindikator für den mechanischen Zustand einer CNC-Maschine — wichtiger als das Baujahr, wichtiger als das Äußere. Wer eine CNC-Maschine kauft oder verkauft, muss wissen, was Spindelstunden bedeuten.

Was Spindelstunden messen und was sie nicht messen

Spindelstunden sind eine Zählung: wie lange die Hauptspindel unter Strom und in Rotation war — mit oder ohne Last. Das ist die beste verfügbare Annäherung an mechanischen Verschleiß, aber sie ist keine direkte Messung des Spindelzustands.

Was Spindelstunden zeigen: Die kumulierte Betriebszeit des Spindel-Lagersystems. Was Spindelstunden nicht zeigen: Ob die Lager gut oder schlecht gewartet wurden. Ob Kollisionen stattgefunden haben. Ob die Spindel bei normaler Betriebslast oder im Leerlauf lief.

Deshalb sind Spindelstunden immer im Kontext zu lesen: zusammen mit der Wartungshistorie, dem Spindel-Messprotokoll (wenn vorhanden) und dem optischen Zustand der Maschine.

Schwellenwerte nach Maschinenklasse

Premium-Fräsmaschinen (Hermle, Röders, Mazak Variaxis)

SpindelstundenStatusPreisauswirkung
Unter 5.000 hSehr gut — nahezu neuwertig+10 bis +15 %
5.000–10.000 hGut — normaler Betrieb0 bis −5 %
10.000–15.000 hAkzeptabel — Prüfung empfohlen−10 bis −20 %
15.000–25.000 hHoch — Spindel-Prüfprotokoll zwingend−20 bis −35 %
Über 25.000 hSehr hoch — Risiko bewerten−35 bis −50 %

Standardmaschinen (DMG MORI, Mazak Standard, Okuma LB-EX)

SpindelstundenStatusPreisauswirkung
Unter 5.000 hSehr gut+8 bis +12 %
5.000–8.000 hGutReferenz (0 %)
8.000–15.000 hNormal−12 bis −22 %
15.000–20.000 hHoch — Prüfung nötig−25 bis −40 %
Über 20.000 hSehr hoch−40 bis −55 %

Schleifmaschinen (Studer, Blohm, Kellenberger)

Schleifspindeln haben engere Toleranzfenster und laufen bei höheren Drehzahlen — die Schwellenwerte sind entsprechend niedriger.

SpindelstundenStatus
Unter 5.000 hSehr gut
5.000–8.000 hGut
8.000–12.000 hPrüfung empfohlen
Über 12.000 hSpindel-Prüfung zwingend

Das Spindel-Prüfprotokoll — und warum es Geld wert ist

Ein Spindel-Prüfprotokoll, ausgestellt von einem Servicetechniker des Herstellers oder eines spezialisierten Spindel-Service-Unternehmens, enthält typischerweise:

  • Rundlauffehler: Gemessen in µm an der Spindelaufnahme und am Ende einer Prüfbarkstück-Schnittstelle. Typisch: < 1,5 µm bei sehr guter Spindel, < 3 µm bei akzeptabler Spindel.
  • Lagertemperatur: Gemessen nach 30 Minuten Laufzeit unter typischer Last. Grenzwerte sind herstellerabhängig.
  • Schwingungsamplitude: In mm/s, zeigt Unwucht oder Lagerverschleiß.
  • Geräuschcharakter: Qualitatives Urteil des Technikers.

Dieses Protokoll kann einen hohen Stundenzähler kompensieren: Wenn eine Maschine mit 20.000 Stunden im Protokoll einen Rundlauffehler unter 2 µm zeigt und eine einwandfreie Lagertemperatur hat, ist sie wertvoller als eine Maschine mit 10.000 Stunden ohne Protokoll und unbekanntem Lärm.

In der Praxis kann ein aktuelles Spindel-Prüfprotokoll bei Premium-Maschinen 15.000–30.000 € Preisunterschied ausmachen.

Wann Spindelstunden weniger wichtig sind als das Baujahr

Es gibt Fälle, wo das Baujahr eine größere Wertdeterminate ist als die Spindelstunden:

Veraltete Steuerungsgeneration: Eine Maschine mit 5.000 Spindelstunden und Windows-XP-basierter CNC aus 2005 ist weniger wert als eine Maschine mit 15.000 Stunden und aktuellem Siemens 840D SL aus 2015. Die Steuerung ist der Nutzwert-Treiber — und die Spindel ist mechanisch reparierbar, die Steuerung nicht so einfach.

Konstruktiver Fortschritt: Neuere Maschinenmodelle bieten oft signifikante Präzisions- und Stabilitätsverbesserungen (z. B. DMG MORI monoBLOCK vs. ältere Bauformen). Ein 2012er Modell mit 8.000 Stunden kann weniger wert sein als ein 2018er Modell mit 12.000 Stunden, einfach weil die neuere Bauform besser ist.

Spindelstunden ablesen — schnelle Anleitung

Heidenhain TNC 640/530: MOD-Taste → Maschinendaten → Betriebszeiten. Spindel-Betriebsstunden getrennt von Gesamtbetriebsstunden.

Siemens 840D SL: Diagnose → Betriebsstunden → Spindel-Betriebsstunden.

FANUC 30i/31i: System → F → Betriebszeiten → Spindel-Betriebszeit (separater Eintrag unter der Maschinensteuerungs-Zeit).

Mazak MAZATROL: Maschinenübersicht → Diagnose → Betriebszeiten.

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Häufige Fragen

1.Was ist der Unterschied zwischen Spindelstunden und Einschaltstunden?

Einschaltstunden messen, wie lange die Maschine insgesamt unter Strom stand — inklusive Leerlauf, Einrichten, Werkzeugwechsel und Messpausen. Spindelstunden messen nur die Zeit, in der die Hauptspindel tatsächlich unter Last gedreht hat. Spindelstunden sind der relevantere Verschleiß-Indikator: Eine Maschine kann 20.000 Einschaltstunden haben, aber nur 5.000 Spindelstunden — und wäre mechanisch viel besser als eine Maschine mit 12.000 Einschaltstunden und 10.000 Spindelstunden.

2.Was gelten als niedrige Spindelstunden bei einer CNC-Fräsmaschine?

Als grobe Orientierung: unter 5.000 Stunden gilt als sehr niedrig (nahezu neuwertig). 5.000–10.000 Stunden ist gut und hat nur minimalen Preiseinfluss. 10.000–20.000 Stunden ist normaler Produktionsbetrieb — Spindel ist zu prüfen, aber noch nicht das Ende. Über 20.000 Stunden: erhebliche Spindelprüfung erforderlich, deutlicher Preisabschlag.

3.Sind 15.000 Spindelstunden viel oder wenig?

Das hängt von der Marke ab. 15.000 Stunden an einer Hermle C42 (solide Spindelbauform, sehr gut gewartet) sind weniger problematisch als 15.000 Stunden an einer Einstiegsmaschine. Als Faustregel: Hermle, Studer, Reiden — 15.000 Stunden ist noch gut, wenn die Wartungshistorie stimmt. Standardmaschinen: 15.000 Stunden erfordert eine Spindel-Überprüfung.

4.Kann ich die Spindelstunden selbst ablesen?

Ja. Bei fast allen modernen CNC-Maschinen (Heidenhain TNC 640/530, Siemens 840D, Fanuc 30i) sind Spindelstunden im Betriebsdaten-Menü aufrufbar. Bei Heidenhain: MOD-Taste → Maschinendaten. Bei Siemens 840D: Diagnose → Betriebsdaten → Spindelzeiten. Bei Fanuc: System-Taste → Betriebszeiten. Notieren Sie Spindelstunden und Einschaltstunden separat.

5.Wie stark reduziert ein hoher Spindelstundenzähler den Preis konkret?

Als Faustregel gegenüber dem Referenzpreis (8.000 h): Unter 5.000 h: +10 bis +15 %. 5.000–8.000 h: Referenz (0 %). 8.000–12.000 h: −5 bis −12 %. 12.000–18.000 h: −15 bis −25 %. 18.000–25.000 h: −25 bis −40 %. Über 25.000 h: −40 bis −55 %, aber abhängig vom Spindel-Prüfergebnis.

6.Was bedeutet ein Spindel-Prüfprotokoll und warum ist es wertvoll?

Ein Spindel-Prüfprotokoll ist eine Messung der Spindel durch einen Servicetechniker oder Spindelhersteller: Rundlauf an der Aufnahme (in µm), Lagertemperatur unter Last, Schwingungsamplitude (mm/s), Geräuschentwicklung. Diese Messungen zeigen objektiv, ob die Spindel trotz hohem Stundenzähler noch präzise arbeitet. Ein gutes Prüfprotokoll kann einen höhen Stundenzähler kompensieren und 15.000–30.000 € Preisunterschied bedeuten.

7.Was ist der Unterschied zwischen Spindelstunden und Spindelmessungen?

Spindelstunden sind kumulativ und monoton steigend — sie zeigen, wie lange die Spindel insgesamt lief. Spindelmessungen zeigen, wie gut die Spindel im aktuellen Zustand noch funktioniert. Eine Maschine mit 18.000 Spindelstunden und einem aktuellen Spindel-Messprotokoll, das nur 1,5 µm Rundlauffehler zeigt, ist wertvoller als eine Maschine mit 8.000 Stunden ohne Protokoll und ungeklärtem Lärm.

8.Haben Schleifmaschinen andere Schwellenwerte als Fräsmaschinen?

Ja. Schleifspindeln (z. B. Studer S31) laufen bei höheren Drehzahlen (bis 60.000 min⁻¹ bei Innenrundschleifen) und sind empfindlicher als Frässpindeln. 10.000 Schleifspindelstunden sind bei Studer ein klares Signal für eine Spindelprüfung. Bei Fräsmaschinen wäre 10.000 Stunden noch akzeptabel für viele Premiummarken.

9.Verringern niedrige Spindelstunden wirklich den Preis, wenn die Maschine trotzdem alt ist?

Selten erhöhen sie ihn — aber sie verlangsamen den Wertverlust. Eine Hermle C32 U aus 2008 mit 3.500 Spindelstunden (kaum genutzt) ist nicht so viel wert wie eine aus 2008 mit 8.000 Stunden aus einem Prototypenwerkzeugbau — weil die 2008er Steuerung unabhängig von den Spindelstunden veraltet ist. Spindelstunden sind ein Zustandsindikator, kein Altersersatz.

10.Wie wichtig ist die Wartungshistorie im Vergleich zu den Spindelstunden?

Beides ist wichtig, aber Spindelstunden ohne Wartungshistorie sind unsicherer. Eine gut gewartete Maschine mit 15.000 Stunden (dokumentierte Ölwechsel, Spindel-Checks, Geometriekontrollen) ist oft wertvoller als eine schlecht gewartete mit 10.000 Stunden.

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